Am 22. August 2024 nahm die Toggenburger Unternehmungen einen neuen Jahrgang an Auszubildenden auf. Das Schweizer Unternehmen, das im Holzbau, Tiefbau und verwandten Gewerken tätig ist, setzt damit seine Strategie zur Nachwuchsförderung fort. Für die Branche ist die kontinuierliche Ausbildung von Fachkräften essenziell: Der Holzbau verzeichnet seit Jahren steigende Nachfrage, während qualifiziertes Personal – insbesondere in Zimmerei, Tischlerei und auf der Baustelle – knapp bleibt.
Ausbildung als strategisches Standbein
Toggenburger Unternehmungen hat sich in der Ostschweiz als mittelständischer Arbeitgeber mit diversifizierten Geschäftsfeldern positioniert. Neben klassischem Tiefbau, Rückbau und Erdbewegung bildet der Holzbau einen wesentlichen Tätigkeitsbereich – von der Zimmerei über den Innenausbau bis zur Montage von Brettschichtholz-Konstruktionen. Die Aufnahme neuer Lernender im August 2024 reiht sich in ein etabliertes Ausbildungsprogramm ein, das das Unternehmen seit Jahren kontinuierlich ausbaut.
Konkrete Zahlen zu den Ausbildungsplätzen im Jahrgang 2024 nennt die Pressemitteilung nicht. Aus früheren Meldungen geht jedoch hervor, dass Toggenburger in mehreren Berufsbildern ausbildet: Zimmerer, Schreiner, Maurer, Strassenbauer sowie Kranführer. Das Unternehmen bietet zudem Spezialisierungen an, etwa die Kranführer-Ausbildung Kategorie A, die für den Transport und die Montage von Holzbau-Elementen auf der Baustelle unerlässlich ist.
Warum Holzbau-Betriebe in die Ausbildung investieren
Die Entscheidung, regelmäßig Lehrlinge aufzunehmen, ist für Holzbau-Unternehmen keine reine Philanthropie. Drei strukturelle Faktoren treiben die Ausbildungsstrategie:
Erstens: Der Holzbau erlebt seit etwa 2018 eine Renaissance. Mehrgeschossige Holzbauten, hybride Tragwerke aus Brettschichtholz (BSH) und Brettsperrholz (CLT) sowie gestiegene Anforderungen an CO₂-arme Bauweisen erhöhen die Nachfrage nach spezialisierten Zimmerern und Monteuren. Unternehmen, die nicht selbst ausbilden, stehen im Wettbewerb um fertig ausgebildete Fachkräfte oft im Nachteil.
Zweitens: Die technische Komplexität steigt. Moderne Holzbau-Projekte erfordern digitale Arbeitsvorbereitung, CNC-gesteuerte Abbundanlagen und präzise Montage von vorgefertigten Elementen. Wer Nachwuchs von Beginn an in diese Prozesse einbindet, sichert sich Know-how, das bei externen Recruiting-Versuchen oft schwer zu finden ist.
Drittens: Langfristige Betriebsbindung. Lernende, die ihre gesamte Ausbildung in einem Betrieb absolvieren, bleiben häufiger auch nach Abschluss im Unternehmen – ein entscheidender Vorteil in Regionen mit hoher Konkurrenz um Fachpersonal.
Berufsbilder im Holzbau: Vom Sägewerk bis zur Baustelle
Die Ausbildung im Holzbau ist vielfältig. Im Zentrum steht der Beruf des Zimmerers, der sowohl handwerkliches Geschick (z. B. Zapfenverbindung, Holzverbindung) als auch technisches Verständnis für Statik, Brandschutz und Bauphysik erfordert. Daneben bilden viele Betriebe Schreiner aus, die sich auf Innenausbau, Möbelbau oder Fensterfertigung konzentrieren.
Toggenburger Unternehmungen deckt als Generalunternehmer ein breiteres Spektrum ab: Neben Holzbau sind Tiefbau, Hochbau und Erdbewegung Teil des Portfolios. Das ermöglicht Lernenden interdisziplinäre Einblicke – vom Fundamentbau über die Montage von Holzkonstruktionen bis zur Inbetriebnahme von Krananlagen. Gerade die Kranführer-Ausbildung ist für Holzbau-Betriebe relevant, da sie beim Transport von Fertigteilen auf der Baustelle die Schnittstelle zwischen Produktion und Montage bilden.
Kontext: Ausbildungstrends in der Holzbranche
Die Toggenburger Unternehmungen ist kein Einzelfall. Zahlreiche mittelständische Holzbau-Betriebe in der Schweiz und Deutschland bauen ihre Ausbildungskapazitäten aus. Ein Grund: Die Alterskohorten, die in den kommenden fünf Jahren in Rente gehen, sind deutlich größer als die Zahl der Absolventen, die nachrücken. Zudem wirkt der Trend zur Akademisierung: Immer mehr junge Menschen wählen ein Studium statt einer dualen Ausbildung – auch wenn gerade im Holzbau die praktische Erfahrung auf der Baustelle kaum durch theoretisches Wissen zu ersetzen ist.
Parallel dazu steigt die technische Anforderung: Digitale Planungswerkzeuge (BIM), automatisierte Abbundanlagen und energetische Standards (z. B. Passivhaus, U-Wert-Nachweise) verlangen nach Fachkräften, die sowohl handwerklich als auch digital versiert sind. Ausbildungsbetriebe müssen daher in moderne Maschinentechnik und digitale Lerninfrastruktur investieren – eine Hürde vor allem für kleinere Betriebe.
Was bringt die Zukunft für Toggenburger?
Die Aufnahme neuer Lernender am 22. August 2024 ist Teil einer längerfristigen Personalstrategie. Toggenburger Unternehmungen hat in den vergangenen Jahren mehrfach in Maschinenpark und Flotte investiert – von Volvo-Radladern bis zur Erweiterung der Kranflotte. Diese Investitionen ergeben nur dann Sinn, wenn parallel qualifiziertes Personal aufgebaut wird, das die Geräte bedienen und warten kann.
Aus der Unternehmenskommunikation geht hervor, dass Toggenburger auch organisatorische Veränderungen plant: Eine Neuorganisation ab 2026 soll Geschäftsbereiche effizienter verzahnen. In diesem Kontext wird die Ausbildung junger Fachkräfte, die mit den internen Prozessen und Systemen vertraut sind, umso wichtiger.
Fazit: Ausbildung als Investition in Betriebskontinuität
Die Toggenburger Unternehmungen demonstriert mit der Aufnahme eines neuen Lehrlings-Jahrgangs am 22. August 2024 eine klare Strategie: Wer im Holzbau und verwandten Gewerken langfristig wettbewerbsfähig bleiben will, muss in die eigene Nachwuchsförderung investieren. Konkrete Details zu Anzahl und Berufsfeldern der Auszubildenden bleiben zwar offen, doch das kontinuierliche Engagement des Unternehmens in der Berufsbildung ist dokumentiert. Für die Branche insgesamt bleibt die Fachkräftesicherung eine zentrale Herausforderung – und die betriebliche Ausbildung der wirksamste Hebel, um dieser zu begegnen.
Weitere Informationen zur Ausbildungsstrategie von Toggenburger finden sich in den Artikeln zur Ausbildungsoffensive im August 2025 und zur Integration der Mabistar-Geschäftsbereiche ab April 2025.